Hypnose im Sport - traumwandlerisch zum Erfolg?

Einige erfolgreiche Sportler haben die Wirkung von Hypnose im Sport schon länger erkannt. Profi-Golfer Tiger Woods arbeitet seit seiner Jugend mit Hypnose-Techniken, Ex-Nati-Star Alain Sutter ist Hypnosetherapeut und der Abenteurer Bertrand Piccard bereitete seine Crew mit Hypnose auf seine Orbiter-3-Mission vor. Auch für Marco Büchel war Hypnose während seiner erfolgreichen Zeit als Weltklasse-Skirennfahrer die Methode der Wahl, um mental zu trainieren.

 

Einige von euch mögen sich jetzt vielleicht etwas verwundert die Augen reiben. Hypnose und Sport? Wie passt das zusammen? Lasst mich etwas Licht ins Dunkel  bringen.

 

Alles begann mit einem Facebook-Aufruf

Im Rahmen meiner Abschlussarbeit für mein Certificate in Advanced Studies in psychologischem und mentalem Training im Sport an der ZHAW habe ich per Facebook-Aufruf Athletinnen und Athleten gesucht. Mein Ziel war es, herauszufinden, ob Hypnose im Mentaltraining einen positiven Einfluss auf ihre sportliche Leistung hat.  

 

Hypnose als Turbo-Booster im Mentaltraining?

Für meine kleine Studie habe ich mit zwei Athleten und vier Athletinnen gearbeitet. Zwei von ihnen sind Langstreckenläufer, vier Springreiter, wovon ein Profi. Während eines Monats haben wir uns dreimal getroffen. Beim ersten Treffen haben wir mit klassischen Mentaltrainingstechniken und -Methoden gearbeitet: Visualisieren, Selbstgespräche führen und kurzfristige Ziele setzen. 

Beim zweiten Treffen haben wir die Techniken und Methoden in Hypnose eingeübt. 

Nach dem zweiten und dritten Treffen haben die Athletinnen und Athleten jeweils Fragen zu ihrer Leistungsfähigkeit, Einstellung und zu ihren Erfahrungen beantwortet. Mit spannenden Resultaten:

 

 Folgende Unterschiede haben sie nach der Arbeit in Hypnose gegenüber dem reinen Mentaltraining festgestellt:

  • merklich weniger Leistungsschwankungen
  • merklich oder deutlich mehr Vertrauen in die eigene sportliche Leistung
  • merklich oder deutlich mehr Selbstvertrauen in stressigen Situationen
  • merkliche Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit
  • lassen sich merklich weniger aus dem Konzept bringen
  • deutlich weniger ruhelos und deutlich weniger innere Anspannung
  • deutliche Verbesserung sich entspannen zu können
  • regen sich allgemein deutlich weniger schnell auf

In der Hypnose konnten die Athletinnen und Athleten Mentaltraining besser anwenden:

  • Es fiel ihnen leichter in Hypnose zu visualisieren. Sie konnten sich lebendigere und realistischere Bilder vorstellen, die ihnen halfen, sich besser mit ihren Aufgaben, Fähigkeiten und Gefühlen zu verbinden.
  • Selbstgespräche wirkten in der Hypnose besser: Sie verstanden besser, was die Worte für sie bedeuteten. Suggestionen für Veränderungen im Verhalten und der Einstellung konnten sie besser verankern.
  • Ihre Gedanken konnten sie im Alltag nach der Hypnose noch besser auf ihr Ziel ausrichten und sie denken, dass die Hypnose sie auf dem Weg zu ihrem Ziel zusätzlich positiv beeinflusst hat.

Interessant: keine der Athletinnen und Athleten war zuvor jemals in Hypnose. Dennoch gelang es allen, sich darauf einzulassen und sich spürbar zu entspannen. Aufgrund ihrer Erfahrungen würden sie das Mentaltraining in dieser Form weiterempfehlen.

 

Ist Hypnose also eine Art Turbo-Booster fürs Mentaltraining? Meine Erfahrungen im Alltag als Hyponsetherapeutin und Mentaltrainierin sowie die Aussagen der Athletinnen und Athleten bei meiner Studie deuten darauf hin. 

 

Kritische Gedanken zu meiner Studie

Die Einschätzungen der Athletinnen und Athleten sprechen dafür, dass die Hypnose ihre Fähigkeit das Mentaltraining anzuwenden positiv beeinflusst und sich die Hypnose positiv auf ihre psychische Leistungsfähigkeit ausgewirkt hat. Auffallend ist, dass alle Athleten am Ende unserer Arbeit im Bereich Entspannung besonders profitiert haben. 

Abschliessend ist natürlich schwierig einzuschätzen, wie gross der Anteil der Hypnose an diesen Verbesserungen war. Zum positiven Resultat haben auch der Lerneffekt durch das wiederholte Einüben der Techniken sowie die Gespräche mit mir in der Rolle als Coach beigetragen.

Auch können die Ergebnisse nicht verallgemeinert werden. Dafür war die Anzahl der Probanden zu klein und die Untersuchungen hätten ausführlicher und über einen längeren Zeitraum erfolgen müssen. 

 

Auswirkungen auf meine Arbeit als Mentaltrainierin

Aus meiner Sicht konnte ich mit dieser Studie aufzeigen, dass die Hypnose einen positiven Einfluss auf die sportliche Leistung von Athletinnen und Athleten haben kann. In Zukunft werde ich sowohl mit den klassischen Mentaltrainingstechniken und -Methoden arbeiten, als auch Mentaltraining mit Hypnose kombinieren – vorausgesetzt die Athletinnen und Athleten sind interessiert und bereit, sich auf die Hypnose einzulassen. 

 

Bei welchen Themen kann Hypnose das Mentaltraining unterstützen?

Hier sind einige Anwendungen und Themen aus dem Mentaltraining, die mit Hyponse unterstützt werden können:

  • Ziele definieren und erreichen: Motivation, Leistungsbereitschaft, Durchhaltewille
  • Ruhe, Fokus und Konzentration, Ausblenden von Störfaktoren
  • Innere Stärke erlagen: positive Selbstgespräche und Körpersprache verinnerlichen
  • Vorstellen der perfekten Leistung: Körpergefühl und -kontrolle, Bewegungsabläufe, Automatismen
  • Optimale Erholung nach Trainings und Wettkämpfen
  • Unterstützung bei der Rekonvaleszenz: Beschleunigte Heilung nach Verletzungen
  • Blockaden lösen

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen Testathletinnen und -athleten bedanken. Eure Motivation und Neugier, Neues auszuprobieren, hat mich sehr beflügelt. Es ist eine grosse Freude mit Mentaltraining und Hypnose Menschen beim Erreichen ihrer Ziele zu unterstützen.

 

Und sollte sich der eine oder die andere während des Lesens gefragt haben, was es denn so genau auf sich hat mit der Hypnose, wie sie funktioniert und was passiert: In meinem nächsten Blog werde ich ausführlich darüber berichten.

 

In diesem Sinne: Bis bald!

Eure Roya

 

  


CAS psychologisches und

mentales Training im Sport an der ZHAW


Hat Hypnose im Mentaltraining einen positiven Einfluss auf die sportliche Arbeit?

Abschlussarbeit von Roya Saberi

 

Probanden: 6 Athleten (2 männlich, 4 weiblich)

Niveau: 1 Profi, 5 Amateur

Dauer: 1 Monat

Methode: Treffen 1: Ziele, Mentaltraining, Fragebogen

Treffen 2: Mentaltraining in Hypnose, Fragebogen

Treffen 3: Nachbesprechung, Fragebogen



Bei Interesse stelle ich gerne meine Abschlussarbeit zur Verfügung. Bitte Anfrage per E-Mail an roya.saberi@gmx.ch.